Die Nachfrage für mobiles Internet wächst äußerst rasant - in 2007 lag das jährliche Datenvolumen, das über das deutsche Mobilfunknetz übermittelt wurde, bei circa 3,5 Millionen Gigabyte. Zwei Jahre später, in 2009, wurde bereits die 10 fache Menge (33,5 Millionen GB) übermittelt.
Solch ein rapides Wachstum bringt jedoch auch Probleme mit sich. Mobiles Internet gilt als störanfällig - wenn z.B. viele Internetnutzer in einer Mobilfunkzelle gleichzeitig surfen, leiden die Übertragungs-geschwindigkeiten. Es kommt noch hinzu, dass eine flächendeckende Versorgung mit der neuesten UMTS Technologie in Deutschland noch weit entfernt ist.
Um diese Problematik zu lösen und um mit der stets steigenden Nachfrage fertig zu werden, setzt die Mobilfunkbranche auf Long Term Evolution (auch LTE genannt).
Mit LTE werden zwei Verfahren OFDM (Orthogonal-Frequency-Division-Multiplexing) und MIMO (Multiple-Input-Multiple-Output-Antennentechnologie) genutzt, um die Latenzzeiten zu reduzieren und um VOIP (Videotelefonie) und online Spielen (via Mobilfunk) zu ermöglichen. Bei den ersten Tests sind Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 MBit/s (50 MBit/s im Upload) erreicht worden.

Vor der Einführung von LTE, das den UMTS Mobilfunkstandard ablösen soll, müssen noch einige technische Probleme bewältigt werden. Das größte Problem, liegt darin, dass LTE Geräte und DVB-T oder DVB-C Fernsehreceiver sehr nah beieinander liegende Frequenzen nutzen. Beim Kabel Fernsehen sind es sogar genau dieselben Frequenzen. Wenn man dann mit LTE mobil surft oder damit telefoniert führt dies zu heftigen Störungen bzw. zum kompletten Ausfall des Fernsehbildes./p>
Laut den Zustimmungsbedingungen des Bundesrates, darf der Fernseh- und Rundfunk nicht gestört werden. Es liegt bei den Mobilfunkbetreibern das Netz so aufzubauen und einzustellen, dass es zu keinen Störungen kommt.
Wie diese Problematik gelöst wird steht noch offen. Trotzdem wollen die Mobilfunkbetreiber die ersten LTE Handys noch dieses Jahr auf den Markt bringen.
Ende Mai 2010 sind die Lizenzen für LTE an Vodafone (1,42 Milliarden Euro für 12 Blöcke), O2 (1,35 Milliarden für 11 Blöcke) und an die Telekom (1,29 Milliarden für 10 Blöcke) versteigert worden.

